Das Thema Datenschutz wird in Unternehmen oft stiefmütterlich behandelt – zu Unrecht, wie wir finden. Lies in diesem Beitrag, warum Datenschutz ein wichtiger Erfolgsfaktor ist und sogar das Fundament eines jeden innovativen Unternehmens bildet.

Wir fordern: mehr Mut zum Datenschutz! Denn Datenschutz ist mehr als Dokumentieren. Es geht darum, die Rechte von Menschen zu achten und Vertrauen zu schaffen – nicht bloß darum, stur Gesetze einzuhalten. Jamie Barnard, Vorsitzender des Data Ethics Board der World Federation of Advertisers (WFA), äußerte sich in einem Interview mit Google mit treffenden Worten:

„Das mag jetzt hart klingen, aber innovative Unternehmen haben mehr als nur die Einhaltung von Gesetzen im Blick. Datenschutz bildet sozusagen das Fundament: So werden grundlegende Menschenrechte geschützt und es wird gewährleistet, dass Unternehmen nicht in Konflikt mit dem Gesetz geraten.“

Wahre Worte, die verdeutlichen: Datenschutz ist nicht nur Mittel zum Zweck. Was wir tatsächlich brauchen, sind innovative Unternehmen – Vorreiter, die Mut beweisen und zeigen, dass Datenschutz ein manchmal vielleicht trockenes, aber ebenso brandaktuelles und wichtiges Thema ist. Wer sich zum Datenschutz bekennt, zeigt Mut. Es geht um Transparenz und um moderne Unternehmen, die gegenüber Kund:innen eine neue Vertrauensbasis schaffen. Insbesondere in einer zunehmend digitalisierten Welt ist Datenschutz ein entscheidender Erfolgsfaktor.

„Wer sich zu ethischen Grundsätzen bekennt, beweist Mut und fördert langfristig das Vertrauen.“ – Jamie Barnard

Datenschutz bildet das Fundament innovativer Unternehmen und die Grundlage für erfolgreiche Geschäftsprozesse. Denn eines ist klar: Damit ein Unternehmen langfristig funktionieren kann, muss es ethische und rechtliche Aspekte wie eben den Datenschutz berücksichtigen sowie Erwartungen seitens der Kund:innen erfüllen. Dabei kommt es vor allem auf drei Punkte an:

#1 Datenschutz bietet einen Rahmen

Um verantwortungsvoll mit Daten umgehen zu können, braucht es einen Rahmen – und diesen liefert Datenschutz. Es geht um Vertrauen, das durch transparente Kommunikation und Integrität entsteht – eben wenn das, was du sagst, mit dem übereinstimmt, was du machst. Dies ist insbesondere in Wachstumsphasen entscheidend, in denen schnell einmal etwas schief gehen kann. Beispiel: Du implementierst ein neues Plugin auf der Unternehmenswebsite, das drei neue Cookies setzt. Jedoch vergisst du, die Cookies in der Datenschutzerklärung und im Consent-Banner aufzuführen. Datenschutz hilft dir hier präventiv wie reaktiv. Er bietet dir den Rahmen, um „Privacy-centric“ zu arbeiten und alle neuen Baustellen rund um personenbezogene Daten lückenlos anzugehen. So sparst du nicht zuletzt jede Menge Zeit, da du datenschutzrechtliche Aufgaben routiniert bewältigst und nicht jedes Mal wieder von vorne anfangen musst.

#2 Datenschutz geht alle

Das Management von personenbezogenen Daten ist nicht nur eine Sache der Datenschutzverantwortlichen. Es betrifft sämtliche Abteilungen eines Unternehmens. So gut wie alle Mitarbeiter:innen erheben und verarbeiten in irgendeiner Form personenbezogene Daten. Entsprechend sind Schulungen sowie die enge Abstimmung und Zusammenarbeit der Kolleg:innen nötig. Datenschutz ist eine Aufgabe, die nur alle zusammen lösen können. Es geht um ein individuelles Konzept, das in der Praxis gemeinsam gelebt wird und zur Unternehmenskultur gehört. Datenschutzverantwortliche schaffen hierzu das Rahmenwerk. Sie sind sozusagen die Regisseur:innen auf der unternehmerischen Datenschutz-Bühne, gezeigt wird ein Stück, indem alle Mitarbeiter:innen eine eigene Rolle haben.

#3 Dritte sitzen mit im Boot

Beim eigenen Unternehmen hört es mit dem Schutz von Daten allerdings nicht auf. Datenschutz erstreckt sich über unternehmerische Grenzen hinweg – Stichwort: Outsourcing. Hierbei kann sich rasch eine Lücke in der Datenschutzstrategie auftun. Wer mit anderen Unternehmen zusammenarbeitet, teilt unweigerlich Daten und oft sind es eben personenbezogene Daten von Kund:innen, die ausgetauscht werden. Hierbei greifen zum einen rechtliche Aspekte. Zum anderen machen Dritte das Thema Datenschutz zu einer strategischen und wirtschaftlichen Frage. Unternehmen müssen ihre Partner:innen mit Bedacht wählen und selbst viel Wert auf Datenschutz legen. Wenn du in puncto Datenschutz also mit gutem Beispiel vorangehst, hast du die besten Karten für erfolgreiche Partnerschaften. Solltest du das Thema hingegen stiefmütterlich behandeln, wirst du Probleme bekommen.

Das war beispielsweise bei einer Firma aus Bayern im Jahr 2021 der Fall. Das Unternehmen nutzte die US-amerikanische E-Mail-Plattform MailChimp und gab an diese E-Mail-Adressen von Kund:innen weiter. Nach einer Beschwerde durch eine betroffene Privatperson entschied das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht: Die Weitergabe von E-Mail-Adressen an MailChimp in die USA ist ohne Einwilligung der E-Mail-Inhaber:innen datenschutzrechtlich unzulässig. Das Unternehmen hätte prüfen müssen, ob die Weitergabe gerechtfertigt ist. Im vorliegenden Fall zeigte sich die Firma einsichtig und kam ohne Bußgeld davon. Die weitere Nutzung der E-Mail-Plattform wurde ihr jedoch verboten.

Datenschutz-Software: Technologie als Innovationstreiber

Ja, Datenschutz ist aus unserem digitalen Alltag nicht mehr wegzudenken. Deshalb müssen Entscheider:innen in Unternehmen gerade jetzt anfangen, ihr Mindset zu überdenken. Datenschutz sollte als Chance begriffen werden. Wer souverän mit personenbezogenen Daten umgeht, macht alles richtig und stellt sich nachhaltig für eine erfolgreiche Zukunft auf. Es geht darum, Rechtssicherheit und Vertrauen zu schaffen sowie eine Basis, auf der alle weiteren Aktivitäten beruhen – eben ein Fundament.

Dabei gilt es, effiziente Workflows zu kreieren, Datenschutz-Maßnahmen verantwortungsvoll zu leben und Partner:innen konsequent einzubeziehen. Bei all diesen Vorgängen unterstützt dich Technologie: Moderne Softwarelösungen für Datenschutzmanagement wie caralegal bieten Unternehmen in dieser Beziehung vielfältige Optionen.